Die Digitalisierung – welche Folgen für die Arbeitnehmer ?

Die Digitalisierung – welche Folgen für die Arbeitnehmer ?

Prof. Dr.-Ing. Marcel Oberweis

Die Digitalisierung, das Kernelement der vierten Industriellen Revolution, verändert die Gesellschaft stärker als die drei vorhergehenden Revolutionen. So zeigen die Ergebnisse der Studie (ias-Gruppe)1) zum digitalen Wandel in den deutschen Industrieunternehmen, dass 91,5 Prozent der befragten Führungskräfte und Mitarbeiter der Meinung sind, die Digitalisierung übe einen starken Einfluss aus und wir befinden uns erst in der Anfangsphase ihrer Durchdingung in die Wirtschaft. Im Umkehrschluss sagen jedoch etwa 61 Prozent der befragten Arbeitnehmer, dass sie Angst um den eigenen Arbeitsplatz durch die Digitalisierung haben.

Einzug der „Cyber-Physical Systeme“

Mit einem Blick zurück: Die dritte industrielle Revolution war geprägt durch das Aufkommen der Computer, der sie führenden Software, der unübersehbaren Datenmenge und der Kommunikation. Nunmehr dringen die „cyber-physical“ Systeme in die Prozesse ein, welche ihrerseits effizienter werden und beträchtliche Kosteneinsparungen hervorrufen. Das Internet und die intelligenten Geräte stehen bereits weltweit in ständiger  Kommunikation und im beständigen Wettbewerb. Hinsichtlich der vorhandenen Arbeitsplätze können die Digitalisierungseffekte wohl zu einem Nachfragerückgang im Handel und in der industriellen Produktion führen, aber auch zu einer Nachfragesteigerung in den Bereichen Gesundheit und Medien. Die „cyber-physical“ Systeme stehen für die Verzahnung zwischen den Technologien aus der realen (physischen) Welt u.a. die Sensoren und die Aktoren und der digitalen Welt u.a. die Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Verknüpfung digitaler Systeme mit Prozessen aus der realen Welt steht für hier für den Paradigmenwechsel. Die Produktions- und Arbeitsprozesse werden mit intelligenten Dienstleistungen optimal vernetzt, sodass die Industrieunternehmen und später auch die Klein-und Mittelunternehmen einen beständigen weltweiten Blick auf die Produktion, die Logistik, den Verbrauch, die Wiederverwertung resp. die Entsorgung vor Augen haben, sprich die Vernetzung innerhalb der Wertschöpfungskette.

Werden die Produktion von Gütern und die Bereitstellung von Dienstleistungen innerhalb der neuen Revolution, beruhend auf der digitalen Steuerung und der allumgreifenden Vernetzung, den Mitarbeitern die Chance einräumen, sich in der veränderten Welt noch zu Recht zu finden – diese Frage muss gestellt werden? Die Wirtschaft hat diese Herausforderung bereits erkannt und die modernen Informatik- sowie Kommunikationstechnologien sind die beständigen Begleiter der Mitarbeiter, denn ohne deren Einbindung schaffen wir den anstehenden Paradigmenwechsel hin zur vierten Industriellen Revolution nicht.

Das Bild des Arbeitsplatzes verändert sich

Bei näherer Betrachtung der bisherigen Industriellen Revolutionen seit dem Jahr 1769, erkennt man, dass wohl Arbeitsplätze überflüssig wurden – siehe die sequentiellen Übergänge von der Landwirtschaft zum Industriesektor und später zum Dienstleistungssektor – aber an anderen Stellen wurden wieder neue geschaffen. Den vorliegenden Studien entnimmt man, dass es sichere Arbeitsplätze u.a. in der Kinderbetreuung, der Kindererziehung, der Kranken- und der Altenpflege gibt. Des Weiteren sind die Arbeitsplätze in der Hochschulbildung und der Forschung sowie in der Logistik, im Maschinenbau und in der Unternehmensorganisation sicher vor der möglichen Wegrationalisierung. Auch wenn die Digitalisierung verstärkt in den Fabriken präsent wird, so werden die Menschen durch die mechanischen Automaten und Roboter nicht überflüssig. Die vollautomatischen Fabrikationshallen, auch wenn deren bereits gibt, werden nicht die Norm. Die Routinearbeiten werden wohl den Robotern übertragen, denn es gilt, je einfacher und monotoner die Tätigkeit ist, desto leichter wird sie durch die Automaten ersetzt.

Von hoher Wichtigkeit ist indes die Bereitschaft, sich mit den neuen technischen Entwicklungen zu beschäftigen, sie als eine Herausforderung anzusehen und das eigene Verhalten an die veränderten Umstände anzupassen. Die Arbeitsplätze von morgen verlangen viel Kompetenz, Mut und Kreativität. Den Mitarbeitern werden neue Aufgaben u.a. im Monitoring, in der Logistik, in der Ausarbeitung von Algorithmen und in der Kontrolle der Prozesse zugewiesen. Mitarbeiter mit einem hochqualifizierten Fachwissen werden verstärkt benötigt,  die sich jedoch nicht scheuen dürfen, ihre intellektuellen und analytischen Fähigkeiten durch die gezielte Weiterbildung stets auf dem neuen technologischen Stand zu halten. Man kann bereits heute ableiten, dass die Dematerialisierung und die Digitalisierung eine Vielzahl von neuen Arbeitsstellen für gut ausgebildete Mitarbeiter mit einem MINT-Hintergrund (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik geschafft hat. Die Telearbeit wird ebenfalls von der Digitalisierung in einem hohen Maß profitieren.

Fazit

Die Digitalisierung führt zu einer rasant zunehmenden virtuellen Verbindung zwischen der Wirtschaft und der Gesellschaft – der „smart economy“ – die intelligenten vernetzten Systeme stellen die Grundlage für die angestoßene technische Entwicklung dar. In den Produktionsstätten werden vor allem die effiziente Energieverwendung und die Ressourcenschonung im Mittelpunkt stehen. Mit der hier beschriebenen Digitalisierung werden sich sowohl die Wertschöpfungsprozesse verändern aber auch neue Perspektiven für die Mitarbeiter entstehen.

Die wichtigste Herausforderung für alle Beteiligten stellt meiner Meinung nach die enge Verzahnung von Wirtschaft, Arbeitsleben und Gesundheit dar. Der Erfolg kann sich aber nur einstellen, wenn die Gesellschaft über gut ausgebildete und leistungsfähige Mitarbeiter(innen) verfügt sowie Unternehmen, die sich dem globalen Wandel stellen. Wenn wir alle relevanten Akteure aus der Politik, der Wirtschaft,  der Wissenschaft und der Gesellschaft sowie die Mitarbeiter(innen) frühzeitig in diesen wichtigen Prozess einbinden, dann dürfte die Digitalisierung als ein Kernelement  der vierten Industriellen Revolution keinen Schock auslösen..

Literaturhinweis:

  • Die ias-Gruppe ist ein deutscher Anbieter für integrierte Lösungen im betrieblichen Gesundheits- und im Leistungsfähigkeitsmanagement

Wéi reagéiert d’Regierung op de Rapport iwwert den Tanktourismus an d’Etude vun der EUA ?

Réponse à la question N° 2634 (Question écrite) de Monsieur Marcel Oberweis, Député concernant Conséquences du tourisme à la pompe pour la santé, par Madame Carole Dieschbourg, Ministre de l’Environnement: QP 2634


Gemäß Artikel 80 der Geschäftsordnung der Abgeordnetenkammer, bitte ich Sie, die vorliegende parlamentarische Anfrage an die Frau Ministerin für Umwelt zum Thema des Tanktourismus und den Folgen für die Gesundheit.

Die kürzlich vorgestellte Studie zum Tanktourismus unterstreicht einerseits das hohe Steuereinkommen und andererseits die Belastung der nationalen Klimabilanz. Aufgrund der seit Jahren praktizierten verbraucherfreundlichen Akzisenpolitik ergibt sich eine hohe Anziehungskraft für die Inländer, Pendler und LKW-Fahrer und im Gefolge bewegen sich die treibhaushausschädlichen CO2-Emissionen auf einem Rekordniveau.

Laut der Rifkin-Studie fließen 75 Prozent der verkauften Erdölprodukte ins Ausland und sie unterstreicht die Schieflage zwischen dem Aufkommen für die Staatskasse und den Schäden an der Gesundheit und der Natur sowohl im Inland als auch im Ausland in Höhe von Milliarden Euro.

Dem Bericht zur Luftqualität der Europäischen Umweltagentur (EUA) in Kopenhagen entnimmt man, dass 85 Prozent der Bevölkerung in 400 ausgewählten europäischen Städten eine Feinstaubbelastung im Jahr 2014 hinnehmen mussten, die nach der Weltgesundheitsorganisation sehr schädlich sind und dem hohen Verkehrsaufkommen innerhalb der Städte zugerechnet werden müssen. Die EUA schätzt, dass 467.000 Menschen aufgrund der Luftverschmutzung jedes Jahr vorzeitig sterben.

Vor diesem Hintergrund möchte ich folgende Fragen an die Frau Ministerin für Umwelt stellen:

  • Beabsichtigt die Regierung die Informationen aus der EUA-Studie in ihre Tank-Klima-Politik einfließen zu lassen?

  • Gedenkt die Regierung die Entkopplung der Akzisen auf dem professionell genutzten Diesel und dem privaten Diesel durchführen?

  • Wie wird sich die Internalisierung der externen Kosten für die fossilen Brennstoffe – ein wichtiges Element der Vierten Industriellen Revolution – auf den Klimawandel auswirken?

Es zeichnet hochachtungsvoll,

Marcel Oberweis

Abgeordneter

Question parlementaire au sujet de la lutte contre le changement climatique et des quotas d’émission (SEQE)

Réponse à la question N° 2595 (Question écrite) de Monsieur Marcel Oberweis, Député, Monsieur Emile Eicher, Député concernant Lutte contre le changement climatique, par Madame Carole Dieschbourg, Ministre de l’Environnement QP 2595


Monsieur le Président,

Par la présente, nous avons l’honneur de vous informer que conformément à l’article 80 du Règlement de la Chambre des Députés, nous souhaiterions poser une question parlementaire à Madame la Ministre de l’Environnement au sujet de la lutte contre le changement climatique.

Le système d’échange de quotas d’émission (SEQE) de l’Union européenne (UE) a été instauré en 2005 afin d’encourager la réduction des émissions de gaz à effet de serre d’une manière économiquement efficace et avantageuse. Selon le rapport de la Commission européenne (document COM(2016)707) du 8 novembre 2016 relative à la mise en œuvre de l’accord de Paris et des progrès accomplis par l’UE dans la réalisation de l’objectif minimal de réduction de 40%, la mise aux enchères de quotas du SEQE a généré 4,9 milliards d’euros de recettes pour les Etats membres. Ces derniers ont consacré ou prévu de consacrer 77% de ces recettes à des dépenses liées au climat.

Au vu de ce qui précède, nous aimerions poser les questions suivantes à Madame la Ministre de l’Environnement :

  • Madame la Ministre peut-elle nous renseigner sur le volume de recettes généré pour le Grand-Duché dans le cadre de la mise aux enchères de quotas du SEQE ?
  • Madame la Ministre peut-elle préciser la part de ces recettes que le Gouvernement compte investir dans la lutte contre le réchauffement climatique ?
  • Madame la Ministre peut-elle énumérer les priorités du Luxembourg dans le contexte de la lutte contre le changement climatique ?

Nous vous prions d’agréer, Monsieur le Président, l’expression de notre très haute considération.

 

Marcel Oberweis                                           Emile Eicher

Député                                                           Député

Question parlementaire au sujet du « mécanisme de développement propre » du Protocole de Kyoto.

Réponse à la question N° 2594 (Question écrite) de Monsieur Marcel Oberweis, Député concernant “Mécanisme de développement propre” du Protocole de Kyoto, par Madame Carole Dieschbourg, Ministre de l’Environnement: QP 2594


Monsieur le Président,

Par la présente, j’ai l’honneur de vous informer que conformément à l’article 80 du Règlement de la Chambre des Députés, je souhaiterais poser une question parlementaire à Madame la Ministre de l’Environnement au sujet du « mécanisme de développement propre » du Protocole de Kyoto.

En 2014, le gouvernement allemand avait convenu de compenser les émissions de gaz à effet de serre engendrées inévitablement par ses déplacements dans le cadre de voyages d’affaires, en achetant des crédits d’émissions au profit de projets liés au « mécanisme de développement propre » (MDP), élaboré dans le cadre du Protocole de Kyoto et ayant comme objectif de réduire les émissions de gaz à effet de serre au niveau mondial. Dans ce cadre, le Umweltbundesamt vise spécifiquement des projets œuvrant notamment pour le développement durable d’un pays en développement.

C‘est dans ce contexte que j’aimerais poser les questions suivantes à Madame la Ministre de l’Environnement :

  • Madame la Ministre est-elle au courant de la pratique du gouvernement allemand décrite ci-dessus ?
  • Madame la Ministre est-elle d’avis que le gouvernement luxembourgeois pourrait copier l’exemple du gouvernement allemand ?
  • Dans l’affirmative, Madame la Ministre envisage-t-elle de proposer une telle mesure ?
  • Quels projets dans le cadre du MDP le Gouvernement pourrait-il privilégier le cas échéant ?

Je vous prie d’agréer, Monsieur le Président, l’expression de ma très haute considération.

Marcel Oberweis

Député

Die Weltklimakonferenz COP 22 in Marrakesch

Die Weltklimakonferenz COP 22 in Marrakesch

Während zwei Wochen diskutierten die Delegierten aus 196 Staaten in Marrakesch (Marokko) über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese wurde anlässlich der COP 21 im Dezember 2015 verabschiedet, es stellt den Nachfolger des Kyoto-Protokolls aus dem Jahr 1997 dar, welches im Jahr 2020 ausläuft. Mit dem Pariser Abkommen wird die globale Weiche in Richtung der nachhaltigen Entwicklung hin zur Abschwächung der Veränderungen des Klimas gestellt. Die Weltgemeinschaft hat mittlerweile erkannt, dass die schleichenden Folgen des Klimawandels alle Staaten „befallen“ und möchte umgehend die schädlichen Treibhausgasemissionen vermindern, wenn möglich auf Null zurückfahren. Doch selbst wenn der Höhepunkt der weltweiten Treibhausgasemissionen bald erreicht sein sollte, wird der Temperaturanstieg noch viele Jahrzehnte weiter gehen.

Gemäß den Schätzungen des Weltklimarates betragen die weltweiten Schäden durch die extremen Wetterereignisse u.a. Wirbelstürme, Erosion, Erdrutsche, Wüstenbildung und Überschwemmungen etwa 200 Milliarden $ jährlich, dies mit steigender Tendenz. Es besteht kein wissenschaftlicher Zweifel daran, dass die Treibhausgasemissionen, die nicht nachhaltige Verwendung von Energieträgern, die Verschmutzung der Ozeane und der Landflächen, die Austrocknung von gewaltigen Agrarflächen sowie das Fehlen einer effizienten Kreislaufwirtschaft die Lebensräume vor allem in den Entwicklungsländern zerstören. Zusätzlich wirkt sich der Verlust an wertvollen landwirtschaftlichen Flächen negativ aus, um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung zu sichern. Die klimabedingten Katastrophen zwischen den Jahren 2008 und 2013 haben etwa 140 Millionen Menschen gezwungen, ihr Zuhause zumindest zeitweise zu verlassen.

Dem Bericht der Internationalen Energieagentur entnimmt man, dass 44.000 Milliarden US $ benötigt werden, um den weltweiten Energieverbrauch bis zum Jahr 2040 zu decken. Weitere 23.000 Milliarden US $ werden für die erhöhte Energieeffizienz benötigt, um die Erderwärmung auf weniger als 2 Grad C zu begrenzen. Meines Erachtens liegt der entscheidende Schlüssel für die erhöhte Energie- und Ressourcenschonung jedoch im intelligenten Einsatz von wirtschaftlichen Instrumenten. Wenn bereits beim Einsatz der  fossilen Energieträger die ökologische Wahrheit widergespiegelt werden würde, dann würden diese mittelfristig aus dem Energiemarkt verschwinden und die erneuerbaren Energien würden einen starken Rückenwind erhalten.

Für die Bekämpfung und die Behebung der Schäden des Klimawandels, vor allem in den Entwicklungsländern, hat sich die  Staatengemeinschaft bemüht, jedoch ohne großen Erfolg in Marrakesch, die versprochenen Finanzmittel zur Speisung des Klimafonds in Höhe von 100 Milliarden US $ mit Blick auf das Jahr 2020 bereitzustellen.

Der Weltklimarat und der Weltenergierat weisen ebenfalls in ihren rezenten Studien auf die negativen Folgen des Klimawandels hin. Die Klimawissenschaftler weisen darauf hin, dass ohne umgehende Begrenzung der schädlichen Treibhausgasemissionen die Temperatur der Erdatmosphäre um 5,4 Grad C bis zum Jahr 2100 gegenüber dem vorindustriellen Wert um das Jahr 1850 ansteigen wird. Anlässlich der Marrakesch-Konferenz wurde verlautbart, dass die Erhöhung mittlerweile 1,2 Grad C beträgt. Eine weitere Folge stellt die Erhöhung des Meeresspiegels dar, dürfte sich dieser um 82 cm bis zum Jahr 2100 erhöhen – heute bereits 19 cm. Den Delegierten war deshalb gemeinsam, dass alle Bemühungen darauf abzielen, die Erhöhung auf weniger als 2 Grad C, sogar auf weniger als 1,5 Grad C zu begrenzen.

Die EU-Umweltagentur in Kopenhagen hat in ihrem Bericht zur Luftqualität im November 2016 darauf hingewiesen, dass 85 % der städtischen Bevölkerung eine Feinstaubbelastung hinnehmen müssen, die nach den Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation schädlich ist. Die Agentur schätzt, dass 470.000 Menschen aufgrund der Luftverschmutzung jedes Jahr vorzeitig sterben. Der Bericht stützt sich auf die Messungen in mehr als 400 Städten in 41 europäischen Ländern.

Die Welt rückt beim Klimaschutz enger zusammen.

Ein erster Lichtblick lässt sich bereits erkennen, haben doch die Wissenschaftler der „University of East Anglia“ und dem „Global Carbon Project“ mitgeteilt, dass sich die weltweiten CO2-Emissionen im vergangenen Jahr nur um 0,2 % im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr erhöhten. Es ist dies bereits das dritte Jahr in Folge, in denen die Emissionen auf dem Niveau von 36,4 Milliarden Tonnen CO2 stagnieren. China und die USA sind für diesen positiven Trend verantwortlich. Es sei jedoch unterstrichen, dass sich die EU-Treibhausgasemissionen im Jahr 2015 um 22 % seit dem Referenzjahr 1990 verringerten und diese nur noch 8,8 % der weltweiten Emissionen darstellen.

Durch die gesteigerte Energieeffizienz und die Nutzung der erneuerbaren Energien werden sich diese Emissionen um 24 % bis zum Jahr 2020 verringern. Das ausgewiesene Ziel der Europäischen Union besteht jedoch  in der Verminderung der Treibhausgasemissionen um 40 % bis zum Jahr 2030. Des Weiteren mag darauf hingewiesen werden, dass sich das Bruttoinlandprodukt der EU um 50 % gegenüber dem Jahr 1990 erhöht hat, sich die EU-Treibhausgasemissionen um 22 % während dieser Zeitspanne verringerten.

Nichtsdestotrotz erhöhte sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf über 400 ppm  (parts per million) gegenüber dem Wert von 280 ppm um das Jahr 1850. Die wichtigste Aufgabe für die Weltgemeinschaft besteht darin, diese Konzentration nicht weiter ansteigen zu lassen. Die Weltorganisation für Meteorologie teilte mit, dass gemäß den vorläufigen Werten mit einer Erhöhung der Atmosphäre um 1,2 Grad C gegenüber dem vorindustriellen Niveau gerechnet werden muss. Man möge diese Erhöhung mit der gewünschten Begrenzung auf 1,5 Grad C in Beziehung setzen, um den sehr engen Spielraum zu erkennen.

Hinsichtlich der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens anlässlich der COP 22, sei darauf hingewiesen, dass bereits 111 Länder diesen wichtigen Schritt durchgeführt haben – vor allem die wichtigen Global Player: China, Indien, USA und die EU. Diese Länder sind für mehr als 55 Prozent der weltweiten C02-Emissionen verantwortlich. Die Ratifizierung veranlasste die Inkraftsetzung des Abkommens am 4. November 2016, welches eindeutige Verpflichtungen für alle Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer ausweist. Es ist nunmehr die Richtung hin zur intelligenten und nachhaltigen Energiewende eingeschlagen.

Die erhöhte Energieeffizienz sowie die gesteigerte Nutzung der erneuerbaren Energien stehen im Mittelpunkt aller Bemühungen der Dekarbonisierung der Weltgemeinschaft. Die erneuerbaren Energien sind mittlerweile in der realen Welt angekommen, dies zeigt eindrucksvoll das Vorzeigeprojekt Parabolrinnensolarkollektoren-Kraftwerk „Noor“ mit einer Gesamtleistung in Endausbau von 500 MW in der Nähe von Ouarzazate. Wenn nur möglich, sollen die fossilen Energieträger ab dem Jahr 2050 nur noch eine geringe Rolle im Energiesektor spielen. Die Weltgemeinschaft soll alle Anstrengungen unternehmen, vor allem die Industrie- und die Schwellenländer, den Verbrauch der fossilen Energieträger um 80 bis 90 % bis zum Jahr 2050 zu verringern. Zusätzlich muss der ökologische Fußabdruck auf das erforderliche Mas vermindert werden, andernfalls kommt die Biokapazität der Erde ins Wanken.

Die Proklamation von Marrakesch

Die Klimakonferenz wurde mit der Verabschiedung der Proklamation von Marrakesch beendet, durch welche die 196 Staaten den Kampf gegen die Klimaerwärmung mit dem größtmöglichen politischen Einsatz angehen – dies vor allem durch die Verminderung der Treibhausgasemissonen. Dieser Appell wurde auch an die Wissenschaft, die Unternehmen und an die Zivilgesellschaft gerichtet. Die Vertragsstaaten müssen nun ihre ehrgeizigen Klimaschutzpläne erarbeiten. Um diese aber zu vergleichen, müssen schnellstmöglich die Regeln ausgearbeitet werden. Die Frage erhebt sich, wie die Emissionsverminderungen gemessen und dokumentiert werden.  Diese muss bis zum Jahr 2018 beantwortet werden, damit sichergestellt werden kann, dass das Pariser Klimaabkommen mit Leben erfüllt und die Erderwärmung gebremst wird.

Der Klimagipfel COP 22 muss den Fahrplan für die notwendigen Verhandlungen so festlegen, dass erste konkrete Resultate bereits im Jahr 2018 ausgewiesen werden. Dann steht die erste Verschärfungsrunde an d.h. alle Länder müssen ihre Klimaschutzfortschritte vorlegen und falls nötig, ihre Klimaschutzzusagen verschärfen. Es war den Teilnehmern ebenfalls bewusst, dass die bisherigen Klimaschutzziele bei weitem nicht ausreichen, um die Erwärmung von deutlich unter 2 Grad C oder gar 1,5 Grad C zu erreichen. Zusätzlich haben sich 47 Staaten, die am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leiden, im Forum der Klimavulnerabilität für das Motto „100 % erneuerbare Energien für 1,5 Grad C“ zusammengetan. Sie wollen nicht nur für einen ambitionierten Klimaschutz kämpfen, sondern auch um ihre Existenz als Inselstaaten angesichts des steigenden Meeresspiegels.

Schlussgedanken

Mit der Klimakonferenz COP 22 tritt das Klimaabkommen von Paris in Kraft. Es gilt nun, die nötigen Schritte auf dem nachhaltigen Entwicklungspfad zu beschreiten, um die internationale Klimapolitik anzukurbeln und die notwendige Energie- und Ressourcenverbrauchswende einzuleiten. Wenn es uns gelingt, die Kooperation miteinander und die Solidarität mit den Bedürftigen in den Mittelpunkt zu rücken, dann können die Vereinten Nationen zeigen, wozu sie in einer turbulenten Welt in der Lage sind.

Gemäß dem kategorischen Imperativ von Immanuel Kant möge angeführt werden, dass niemand sein Handeln auf Prinzipien gründen darf, die nicht verallgemeinerungsfähig sind – dies sei den Industrieländern, die jahrzehntelang die Ressourcen ausgebeutet und die Umwelt schwer belastet haben, ins Stammbuch geschrieben.

Wir müssen diese Herausforderung meistern, ansonsten werden sich immer mehr Menschen aus den ärmeren Regionen auf den Weg hin zu den reichen Ländern begeben. Der Klimawandel zwingt sie zu diesem Schritt und wir kennen die negativen Begleitumstände der Migration bereits zur Genüge.

Literaturverzeichnis:

1°            https://germanwatch.org/cop22

2°            https://www.boell.de/de/2016/10/28/die-cop-22-marokko-muss-das-paris-abkommen-mit-leben-erfuellen

3°            http://www.klimaretter.info/serie/cop22

 

Vierte Industrielle Revolution

Möchte man die Zukunft erfolgreich gestalten, dann bedarf es einer konkreten und durchdachten Strategie. Die Aussage des griechischen Politikers Perikles aus Athen (500-429 v.Chr.) „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft voraussagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ beschreibt dies vortrefflich.

Anlässlich des diesjährigen Wirtschaftsgipfels in Davos (CH) hat dessen Gründer Klaus Schwab darauf hingewiesen, dass die Weltwirtschaft an der Schwelle zur vierten Industriellen Revolution steht. Diese technische Revolution wird die Art, wie wir leben und arbeiten und miteinander kommunizieren grundlegend verändern. Die Komplexität und die Reichweite dieser industriellen Revolution werden die drei vorhergehenden um eine noch nie erlebte Erfahrung übertreffen. Sie ist geprägt durch die  Vernetzung der Informations- und Kommunikationstechniktechnologien, der sogenannten „Cyber-Physical-Systems“. Des Weiteren zeichnet sie sich vor allem durch die Schnelligkeit, Reichweite und systemische Wirkungen aus – die Entwicklung verläuft nicht mehr linear wie bisher, sondern exponentiell.

Klaus Schwab schreibt in seinem Werk „Die Vierte Industrielle Revolution“1), dass der Unterschied zwischen der vierten Industriellen Revolution und den Vorgängerinnen vor allem in der engen Verzahnung von heutigen und zukünftigen Technologien besteht. Die hervorgerufenen Wechselwirkungen verknüpfen die physischen, digitalen und biologischen Sphären – sprich die reale Welt und die virtuelle Welt verschmelzen.

Ein Blick auf die bisherigen drei Industriellen Revolutionen

Die erste Industrielle Revolution ist mit dem Jahr 1769 fest verankert. Die Entwicklung der Niederdruck-Dampfmaschine und die im Gefolge aufkommenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen haben der damaligen Agrargesellschaft ihren Stempel aufgedrückt. Die verstärkte Nutzung der Kohle führte zur Bereitstellung der Dampfkraft und lieferte den Menschen eine neue Energiequelle. Als es dem englischen Ingenieur James Watt (1736-1819) nach vielen Versuchen gelang, seine Dampfmaschine zur Verrichtung von technischer Arbeit zu verwirklichen, stand erstmals eine zuverlässige und leistungsfähige Antriebsmaschine zur Verfügung. Die Wattsche Dampfmaschine stellte den Beginn der industriellen Revolution dar und beflügelte den Übergang vom Manufaktur- zum Fabriksystem. Mit George Stephenson (1781-1848) wurde der Traum verwirklicht, die Dampfmaschine auf die Gleise zu bringen. Die Eisenbahnstrecke zwischen Stockton und Darlington wurde am 27. September 1825 eröffnet und der „Siegeszug des eisernen Dampfrosses“ begann unverzüglich. Das anbrechende Industriezeitalter rief einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel hervor

Die zweite Industrielle Revolution begann mit der Einführung der individuellen Mobilität durch das Automobil ab dem Jahr 1870. Mit der Entdeckung des Erdöls trat neben die Kohle ein zweites Standbein in den Dienst der Industriegesellschaft. Die ersten Automobile fuhren auf den Straßen und erhöhten die Mobilität zuerst der oberen Gesellschaften um anschließend die breite Masse zu begeistern. Die Wirtschaft in Europa sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika wiesen immer neue Erfolge auf, die Massenproduktion von Gütern für den alltäglichen Gebrauch erhöhte die Lebensqualität der Menschen in den Industrieländern zusehends. Im Jahr 1866 entdeckte Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip, welches die praktische Anwendung der Elektrizität ermöglichte. Die von ihm entwickelte Dynamomaschine wandelte die mechanische Energie in elektrische Energie um. Der Grundstein für die Energieverteilung und die vielfältigen Anwendungen der Elektrotechnik war gelegt. Die Einführung der Kunststoffe, der Elektrizität und deren Übertragung von den Kraftwerken hin zu den Verbrauchern waren Kernelemente dieses technologischen Wandels, weitere Anwendungen waren das Telefon und die Telegraphie. Als letzte große Erfindung wird die Erfindung des Flugzeugs durch die Brüder Wright zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

Die dritte Industrielle Revolution ist u.a. durch die Erfindungen der  elektronischen Bauteile: Diode und Transistor gekennzeichnet. Diese beflügelten die Entwicklung des Radios und später des Fernsehens. Man kann diese Epoche mit dem Beginn der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts festlegen. Ein weiteres Element jener bahnbrechenden Zeit war die Entwicklung des ersten programmgesteuerten, elektrischen Relaisrechners durch Konrad Zuse im Jahr 1941. Der Raketenantrieb beflügelte die Indienststellung der Flugzeuge mit Turbinenantrieb an Stelle der Kolbenexplosionsmotoren, die Distanzen zwischen Städten und Kontinenten schrumpften.

Mit der Einführung des Mikroprozessors Intel i4004 (4bit) im November 1971 wurde das Tor zur Entwicklung der Automatisierung aufgestoßen. Diese Prozessoren erlaubten die unterschiedlichsten Fertigungsprozesse u.a. die Elektronik, die Raumfahrt und die Elektronische Datenverarbeitung. Der erste Mikrorechner (Computer), der Kenback-1, verfügte über 256 Byte Speicher, drei Programmregister und 5 Adressierungsarten. Eine entscheidende Wende ereignete sich durch die Entwicklung des „Apple 1“ im Jahr 1976 durch Steve Jobs und Steve Wozniak, vor allem für den Privatgebrauch. Als weitere Bausteine seien die Biotechnologie, die Wiederverwertung von Abfallstoffen in der Kreislaufwirtschaft sowie die Verarbeitung der nachwachsenden Rohstoffe zitiert.

Mit dem Abheben von Trägerraketen wurden nicht nur Satelliten in das All geschossen, sondern auch Menschen – zuerst in eine Umlaufbahn um die Erde gehievt und später auf den Mond gebracht. Dazu gesellten sich die unterschiedlichen Technologien zur Nutzung der erneuerbaren Energien: die Photovoltaïkzellen, die thermischen Solarkollektoren, die Windenergieanlagen größerer Leistung und die Wärmepumpen.

Die vierte Industrielle Revolution wird den Planeten nachhaltig verändern

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Die Menschheit steht zu Beginn des neuen Jahrhunderts vor einer Fülle von Problemen u.a. die Energiefrage, der Biodiversitätsverlust, die Ernährungslage, die Verstädterung, der Trinkwassermangel und die Gesundheitsprobleme. Wohl hat der technische Fortschritt einigen Hunderten Millionen Menschen einen unglaublichen Wohlstand beschert – diese haben jedoch in kurzer Zeit die in Jahrmillionen entstandenen fossilen Energieträger mit einem geringen Nutzungsgrad verbrannt und hinterlassen den zukünftigen Generationen eine schwere Hypothek. Nur die Entkopplung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum mit Blick auf eine erhöhte Lebensqualität führt zu einem „anderen“ Wachstumspfad.

Die Entwicklung neuer Technologien und Systeme muss die Zukunft fest im Blick haben u.a. die Informations- & Kommunikationstechnologien, die Bekämpfung des Klimawandels, die intelligente dezentrale erneuerbare Energieversorgung, die nachhaltige Verkehrsführung, die Nanotechnologie, die Biotechnologie, die allumfassende Verwertung von Stoffen durch die Kreislaufwirtschaft. Als weitere Arbeitsfelder möchte ich die Datenübertragung per Lichtwellenleiter und den Bau von intelligenten Gebäuden, die Parabolrinnen-Solarkraftwerke im MW-Bereich, die offshore-Windenergieparks mit Leistungswerten bis zu Hunderten MW, die Biomedizin und die Nanoelektronik sowie die Biomasseanlagen der 2. Generation anführen.

Der wohl wichtigste Pfeiler der vierten Industriellen Revolution stellt die Digitalisierung der Prozesse dar. Die bisherige klassische Produktionshierarchie mit ihrer zentralen Steuerung verlagert sich hin zur dezentralen Selbstorganisation. Die Systeme werden sich selbst überwachen und falls nötig regelnd eingreifen. Die intelligenten Produktionsstätten weisen neben der höheren Produktivität auch eine erhöhte Energie- & Ressourceneffizienz auf. Mittels der verteilten Intelligenz werden das Monitoring verbessert und die Entscheidungsprozesse autonomer, um so die Unternehmen in nahezu Echtzeit zu optimieren.

Schlussgedanken

Es wäre deshalb wünschenswert, wenn sich in Luxemburg weitreichende Forschungs- & Innovationsvorhaben in den Bereichen: Logistik, Satellitenkommunikation, Energieeffizienz, Biodiversität und Biotechnologie unter der Bezeichnung „Intelligente Industrie 4.0“ aufbauen würden, wohlwissend, dass die ersten Schritte bereits unternommen wurden.

Die Erfolgsstory hin zur vierten Industriellen Revolution kann aber nur dann gelingen, wenn genügend wissbegierige junge Menschen diesen Weg mitbeschreiten, die das „Neue“ mit viel Engagement als Herausforderung sehen. Leider fehlen uns diese jungen Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Handwerker, um das kühne Unterfangen mit Erfolg anzugehen. Ohne deren kreative Köpfe werden wird wohl nur staunen, mit welcher Vehemenz und welchem Tatendrang die anderen „global player“ sich immer größere Stücke aus dem Weltwirtschaftskuchen herausschneiden.

Mit Verlaub möchte ich jedoch mein Erstaunen zum Ausdruck bringen und mit mir viele Bürger, die sich fragen, wieso unser Land mehr als 200 Millionen Euro für das Projekt „Space Mining“ ausgibt – im Übrigen kein Thema der Rifkin-Studie zur dritten Industriellen Revolution!?  Es gibt auf dem Planeten noch viele unentdeckte Ressourcen u.a. auf dem Meeresgrund, welche darauf harren, gehoben zu werden. Persönlich bin ich der Meinung, diese Finanzmittel sollen entweder hierzulande in den Bau von 450 Sozialwohnungen für die Mindestbemittelten unserer Gesellschaft investiert oder für einen menschenwürdigen Abbau der Seltenen Erden in Afrika investiert werden.

Als letzten Gedanken würde ich gerne hinzufügen, dass alle Anstrengungen darauf abzielen müssen, die Technologien und Prozesse der vierten Industriellen Revolution mit Effizienz einzusetzen, dies mit dem hehren Ziel, die weltweite Armut und die Diskriminierung breiter Massen zu verringern sowie die Umwelt weniger zu belasten.

Wenn wir hier Erfolge einfahren dann dürften wir den Weg zu einer gerechten und sicheren Zukunft innerhalb der vierten Industriellen Revolution gemeinsam gehen.

Prof. Dr.-Ing. Marcel Oberweis

Literaturhinweise:

  • Klaus Schwab – Die Vierte Industrielle Revolution Juni 2016 ISBN 978-3-570-55345-9

Die Färöer-Inseln

Die Färöer-Inseln, eine autonome Gruppe von 18 Inseln, welche zur dänischen Krone gehören und sich im Nordostatlantik etwa in der Mitte zwischen Norwegen und Island befinden. Die Inselgruppe umfasst 1.339 km2 und kein Ort ist weiter als 5 km von der Küste entfernt. Die einzelnen Inseln sind auf eine herausragende Weise mit Straßentunnels verbunden. Die grünen Felseninseln, auch Schafsinseln genannt, sind von den Wikingern um das Jahr 1000 zum ersten Mal besiedelt worden und diese haben den Grundstock für dieses Inselvolk gelegt. Neben den etwa 50.000 Einwohnern zählt man etwa 75.000 Schafe.

Die Färöer-Inseln sind vulkanischen Ursprungs und werden auf etwa 60 Millionen Jahre geschätzt, eine einzige Thermalquelle erinnert an diese Zeit. Die Inseln bestehen aus Basalt, der sich in charakteristischen Stufen mit weicheren Tuffschichten abwechselt.  Bedingt durch den einströmenden Golfstrom herrschen auf den Inseln vergleichsweise milde Temperaturen – im Durchschnitt 11 °C im Sommer und 3 °C im Winter.

 Aufbau eines integrierten und intelligenten Energiespeichersystems

Aufgrund der nachhaltigen Politik, welche die Länder des Nordischen Rates seit Jahren verfolgen, hat die färöische Regierung das Ziel ausgegeben, die Unabhängigkeit von den fossilen Energieträgern bis zum Jahr 2030 zu erreichen – dies durch die ständig steigende Nutzung der vorhandenen Windenergie- und der Wasserkraftressourcen. Der Anteil der erneuerbaren Energie liegt bereits bei 56 % im Bereich der Erzeugung von elektrischer Energie. Die Wärmeenergie wird mittels elektrischer Wärmepumpen mit hohem Nutzungspotenzial bereitgestellt.

Anlässlich meines Besuchs auf den Färöer-Inseln erklärte Terji Nielsen, Projektmanager des Energieversorgungsunternehmens für die elektrische Energie SEV, dass alle zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energieressourcen optimal genutzt werden müssen. Dies verlangt jedoch eine hohe Stabilität und Zuverlässigkeit des Versorgungsnetzes – dies aufgrund der Einspeisung der unregelmäßig erzeugten elektrischen Energie.

Auf den Inseln wurden neben den bestehenden fünf Windenergieanlagen (WEAn) 13 weitere WEAn mit einer installierten Gesamtleistung von 12 MW auf dem Plateau Húsahagi, nördlich der Hauptstadt Tórshavn auf Streymoy, der größten und am dichtesten besiedelten Insel des Archipels, aufgestellt. Der im Jahr 2014 in Betrieb genommene WEA-Park erhöht den Anteil der Windenergie auf 26 % der gesamten Erzeugung an elektrischer Energie auf den 17 bewohnten Inseln.

Die Lithium-Ion-Batterieanlagen dienen der Speicherung und der Glättung

Hinsichtlich der steigenden Nutzung der schwankenden erneuerbaren Energien darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Speicherung von überschüssiger elektrischer Energie eine wichtige Rolle zufällt. Es gibt wohl mehrere Speichertechnologien, das Energieversorgungsunternehmen SEV hat sich jedoch für die Speicherung mit neu entwickelten Batterien entschieden. Diese gewährleisten eine hohe Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Darüber hinaus dient die Speicherung der Stabilisierung der Frequenz auf 50 Hz – ein Ungleichgewicht zwischen der Nachfrage und der Erzeugung darf nicht aufkommen.

Das Lithium-Ion-Projekt verfügt über zwei Container-Batteriesysteme und weist eine Kapazität von 700 kWh auf. Es wurde erst im Dezember 2015 in Betrieb gesetzt. Das 2,3-MW-Projekt dient ebenfalls zur sekundenschnellen Glättung der Einspeiseschwankungen der elektrischen Energie aus den 13 WEAn in Húsahagi. Auf diese Weise lassen sich die möglichen Drosselungen der Einspeiseleistung durch das Energieversorgungsunternehmen,. welche sich negativ auf die Rentabilität der WEAn auswirken würde, während den Starkwindphasen bei gleichzeitig geringer Energienachfrage vermeiden. Dergestalt wird die die Stabilität des gesamten Versorgungsnetzes auf den Inseln optimiert. Es möge im Übrigen darauf hingewiesen werden, dass die mittlere Windgeschwindigkeit etwa 10 m/s beträgt, weitaus mehr als im Binnenland. Es handelt sich dieser Anlage um das erste kommerzielle Lithium-Ion-Energiespeichersystem zur betrieblichen Unterstützung eines Windparks in Europa.

Neben dem Besuch dieser äußerst faszinierenden technischen Anlage sei dem Besucher empfohlen, einige Tage auf den Färöern zu verbleiben, verfügen diese doch über herrliche Landschaften und eine unberührte Natur. Die Abwesenheit einer Eisenbahnstrecke war für mich der einzige Wermutstropfen währen dem Aufenthalt auf den Schafsinseln.

Marcel Oberweis

Gëtt genuch iwwert d’Ernährung vu Kanner tëscht 0 an 3 Joer informéiert a sensibiliséiert ?

Réponse à la question N° 2509 (Question écrite) de Monsieur Marcel Oberweis, Député concernant Alimentation des enfants âgés de 0 à 3 ans, par Madame Lydia Mutsch, Ministre de la Santé: qp-2509


 

Monsieur le Président,

Par la présente, j’ai l’honneur de vous informer que conformément à l’article 80 du Règlement de la Chambre des Députés, je souhaiterais poser une question parlementaire à Madame la Ministre de la Santé concernant l’alimentation des enfants âgés de 0 à 3 ans.

Des experts de l’Anses (Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation de l’environnement et du travail) ont pendant 6 ans analysé l’alimentation des enfants français âgés de 0 à 3 ans afin de détecter  la présence de substances chimiques dans les aliments et d’évaluer un risque éventuel pour la santé.

Selon leurs conclusions, même si pour la plupart des substances évaluées un risque peut être écarté, il n’en reste pas moins que seize substances inquiètent les scientifiques notamment si elles sont introduites de manière trop précoce dans l’alimentation des tout-petits et ce,  tout particulièrement avant un an. Pour neuf d’entre elles, la situation est jugée préoccupante. Il s’agit principalement de l’arsenic inorganique présent dans le riz et les céréales infantiles, du plomb que l’on retrouve dans l’eau ou les légumes, du nickel apparaissant dans les produits à base de chocolat ou encore en moindre quantité de la dioxine et du furane  détectés dans le lait et les poissons.

Au vu de la présence de ces substances en des quantités supérieures aux valeurs acceptées, l’Anses a émis des recommandations qui se basent entre autres sur la nécessité de varier si possible le régime alimentaire des enfants. Elle rappelle dans ce cadre de ne commencer la diversification alimentaire qu’à partir de six mois  et dans tous les cas jamais avant quatre mois.

C’est dans ce contexte que j’aimerais poser les questions suivantes à Madame la Ministre de la Santé :

–           Madame la Ministre est-elle au courant de l’étude susmentionnée ?

–           Quelles sont les recommandations en la matière faites aux pédiatres et au personnel de la santé afin d’informer au mieux les jeunes parents du Grand-Duché de Luxembourg ?

–           Madame la Ministre juge-t-elle suffisante les campagnes d’information et de sensibilisation relatives à l’alimentation de nos jeunes enfants ? Envisage-t-elle d’entreprendre des initiatives à ce propos ?

Je vous prie d’agréer, Monsieur le Président, l’expression de ma parfaite considération.

Marcel Oberweis

Député

27. Oktober 2016: Die Lebensmittelverschwendung – ethisch nicht vertretbar

Marcel Oberweis

Jährlich landen 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel auf den Müllhalden, während gleichzeitig weltweit 865 Millionen Menschen Hunger leiden. Ein Drittel von dem, was weltweit an Lebensmitteln auf den Agrarflächen produziert wird, geht demnach „verloren“, entweder durch Beschädigung bei der Herstellung, beim Transport oder durch ihr Verderben in den Lagern, den Läden und den Haushalten. In den Entwicklungsländern verderben bis zur Hälfte aller Lebensmittel auf dem Weg vom Acker bis zum Teller u.a. mangelnde Transportwege und fehlende Vermarktungsmöglichkeiten.

Es ist der hohe Wohlstand in den reichen Industrieländern sowie den aufstrebenden Schwellenländern einerseits und der unverantwortliche Umgang mit den Lebensmitteln andererseits, die als hauptsächliche Ursachen für die Lebensmittelverschwendung gelten.

Der gesellschaftliche Gesamtschaden, der durch diese unfassbare Vergeudung entsteht, wird auf jährlich etwa 2.600 Milliarden $ geschätzt. Damit könnten alle hungernden Menschen dieses Planeten im Überfluss versorgt werden. Es ist demzufolge nicht vertretbar, wenn genießbare Lebensmittel auf den Müllhalden landen.

Laut der FAO-Studie „Global food and food waste“ liegt die jährliche pro Kopf- Verschwendung in der Europäischen Union, über die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet, zwischen 280 bis 300 kg Lebensmitteln. Des Weiteren wird geschätzt, dass jeder einzelne EU-Bürger jährlich zwischen 95 bis 115 kg Essen in die Mülltonne wirft. In Luxemburg beträgt die jährlich weggeworfene Menge Lebensmittel etwa 123 kg pro Einwohner, dies entspricht in etwa einem Wert von 210 Millionen Euro.

Gemäß einer von der Europäischen Union finanzierten Studie gehen 42 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel auf das Konto der privaten Haushalte. 39 Prozent landen bei den Herstellern im Müll, 14 Prozent in der Gastronomie und fünf Prozent bei den Einzelhändlern. In den Ländern der Subsahara und Südostasien werden jährlich lediglich 6 bis 11 kg Lebensmittel pro Kopf weggeworfen.

Die Ursachen für das ethisch nicht vertretbare Verhalten

Bei der Definition des Mindesthaltbarkeitsdatums liegen ebenfalls viele Irrtümer vor, denn dieses gibt nicht an, wann ein Produkt verfällt, sondern, wie lange es mindestens haltbar ist. Viele Lebensmittel könnten, vorausgesetzt sie werden ordnungsgemäß gelagert, noch Tage und Wochen nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums bedenkenlos verbraucht werden. Die Verbraucher sind verunsichert und sind der irrigen Meinung, dass es gesundheitsgefährdend sei, die Lebensmittel noch zu verbrauchen.

Neben dem überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatum sind auch die beschädigte Verpackung oder das lädierte Äußeres schon Grund genug für die frühzeitige Entsorgung. Viele Kartoffelbauern müssen bereits bis zu 50 Prozent ihrer Kartoffeln auf dem Feld aussortieren, da sie nicht den vom Handel und den Verbrauchern gewünschten Standards in Form oder Aussehen entsprechen. Mit ähnlich negativen Einstellungen seitens der Kunden sehen sich die Gemüse- und Obstbauern konfrontiert.

In der vernetzten Welt werden die Wertschöpfungsketten immer länger. Das bedeutet, dass zwischen Produzenten und Verbrauchern immer mehr Zwischenhändler, Logistiker, Verpackungs- und Lagerungsspezialisten eingebunden sind. Es muss demzufolge zu einer verbesserten Abstimmung zwischen dem Angebot und der  Nachfrage entlang der genannten Lieferkette kommen.

Das Verhalten hinsichtlich der Vernichtung von Lebensmitteln wirkt sich ebenfalls dramatisch auf unsere Umwelt aus. Jedes Lebensmittel braucht für seine Herstellung kostbare Ressourcen: Wasser und Dünger, wertvoller Ackerboden, Energie für die Ernte, Verarbeitung und Transportkosten – Ressourcen, die mit jedem weggeworfenen Lebensmittel sinnlos verschwendet werden. Die landwirtschaftlichen Flächen werden umsonst mit Millionen Litern Wasser bewässert und oft mit Pestiziden und Düngern belastet. Riesige Landstriche werden verwüstet und Wälder umsonst gerodet. Insgesamt beläuft sich der Schaden für die Umwelt auf etwa jährlich 600 Milliarden Euro und die nachgelagerten sozialen Schäden verursachen zusätzliche jährliche Kosten im Wert von rund 800 Milliarden Euro. Einige Beispiel zur Illustration: Etwa 700 l Wasser werden benötigt, um  ein kg Äpfel zu ernten und etwa 1.000 l Wasser bei der Produktion von einem kg Brot. Um ein kg Rindfleisch auf den Markt zu bringen, werden 15.000 l Wasser aufgewendet.

Viele Millionen Tonnen Lebensmittel, die im Abfalleimer landen, stammen nicht aus der lokalen oder regionalen Produktion, sondern werden über weite Transportstrecken mit hohen Treibhausgasemissionen zu den Verbrauchern befördert. Die beschriebene gigantische Lebensmittelverschwendung bedeutet, laut der UNEP die unnötige Belastung der Umwelt durch die Treibhausgase in Höhe von jährlich 3,3 Milliarden Tonnen – dies mit steigender Tendenz.

Falls sich ein Nahrungsüberschuss  einstellt, dann sollte dieser in den Kompost- oder den Biogasanlagen verarbeitet werden. Die anfallenden Energien verringern z.T. den Verbrauch an fossilen Energieträgern und das Produkt aus dem Fermenter kann auf den landwirtschaftlichen Flächen ausgetragen werden. Da jedoch für den Abtransport der nicht in den Konsum gelangenden Lebensmittel teure Energien benötigt und unnötige Treibhausgasemissionen hervorgerufen werden, sollen diese möglichst nahe am Ort der Produktion verarbeitet werden.

Zu dieser riesigen Menge an „entsorgten“ Nahrungsmitteln aus der Land- und Obstwirtschaft fallen ebenfalls jährlich 38 Millionen Tonnen an Fischen und Meerestieren (etwa 40 Prozent der weltweiten Fangmenge) an, die als Rückwurf vernichtet werden. Dies zerstört auf lange Sicht den Lebensraum Ozean. Wie kann man akzeptieren, dass diese Lebewesen wie Müll behandelt werden? Ein Lichtblick ist indes das neue Fischereigesetz der Europäischen Union, laut welcher der Rückwurf bis zum Jahr 2019 nicht mehr toleriert wird.

Schlussgedanken

Es ist mir wohl bewusst, dass keiner von den hungrigen Menschen unmittelbar satt wird, wenn wir dem Umgang mit Lebensmitteln eine höhere Bedeutung beimessen. Aber aus Respekt vor den Mitmenschen müssen wir sorgsam mit den Lebensmitteln umgehen, denn unser nicht ethisches Verhalten trägt zur Verknappung der Lebensmittel  bei und erhöht deren Preise. Es kann ebenfalls nicht mehr toleriert werden, dass die angebotenen heimischen Lebensmittel auf den lokalen und regionalen Märkten der Entwicklungsländer keinen Kunden finden, nur weil die aus den reichen Ländern dorthin exportierten Überflussmengen den Markt überfluten und im Gefolge den Kleinbauern ihre Existenzgrundlage zerstören.

Die Europäische Union übernimmt  diesbezüglich eine Vorreiterrolle, indem sie sich das Ziel gesetzt hat, den Handel mit den Entwicklungsländern auf eine faire Stufe zu heben und die Menge der anfallenden Lebensmittelabfälle in den Mitgliedsländern auf die Hälfte bis zum Jahr 2020  zu verringern. Nur wenn alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette ihre Pflicht erfüllen und den Lebensressourcen mit Respekt begegnen, können die angestrebten Ziele erreicht werden.

In dieser gesamtgesellschaftlichen Diskussion kommt man jedoch nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass die ersten wichtigen Schritte in den Familien, in den Kindergärten, in den Schulen und in den öffentlichen Kantinen durchgeführt werden müssen. Nur wer die globalen Zusammenhänge in Bezug auf die Ernährung der Weltbevölkerung und die Lebensmittelvernichtung versteht, ist genügend motiviert, sein Verbrauchsverhalten zu überdenken.